Beim Führungszeugnis handelt es sich um ein behördliches Dokument. Manchmal möchten Arbeitgeber vor der Einstellung eines neuen Arbeitnehmers Einsicht in dessen Vorstrafen- und Verurteilungsregisters nehmen. Mittlerweile kann ein Führungszeugnis online beantragt werden. Früher konnte das Führungszeugnis nur von der zuständigen Meldebehörde ausgestellt werden. Der Antragsteller musste sich hierfür persönlich mit seinem Personalausweis oder Reisepass bei der Meldebehörde erscheinen. Eine schriftliche Beantragung konnte nur in Ausnahmefälle wie zum Beispiel bei einem Auslandsaufenthalt erfolgen. In solchen Fällen musste allerdings eine amtliche Behörde oder ein Notar den Antrag offiziell beglaubigen.

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Zuständig für die Anträge ist das Bundeszentrum für Justiz.

Das Führungszeugnis kann auch heute noch persönlich beantragt werden. Online ist das Verfahren aber deutlich einfacher. Das elektronische Anforderungssystem wurde 2016 eingeführt. Dadurch spart sich der Antragsteller den Weg zur Behörde. In einem Online-Wegweiser steht alles genauestens beschreiben. Ein neuer Arbeitgeber kann sich mit dem Führungszeugnis bestätigen lassen, dass der Bewerber nicht vorbestraft ist. Was genau im Führungszeugnis aufgelistet ist, ist von der Schwere der Straftat und dem gefälltem Urteil abhängig. Ein mit 15 Jahren begangener Ladendiebstahl wird nicht zum Beispiel nicht aufgelistet. Ein bewaffneter Raubhinfall, der zu einer strafrechtlichen Verurteilung geführt hat wird hier auf jeden Fall aufgelistet.

Es gibt unterschiedliche Führungszeugnisse. Für private Zwecke oder private Arbeitgeber wird das Privatführungszeugnis verwendet. Dieses erhält der Antragsteller an seine Meldeadresse versendet. Zu behördlichen Zwecken dient das Behördenführungszeugnis. Dieses enthält zusätzlich zu den strafgerichtlichen Urteilen verwaltungsbehördliche Entscheidungen, wie beispielsweise den Entzug des Gewerbescheines. Es kann nicht eingesehen werden und wird direkt an die betreffende Behörde übermittelt.